SCHLANGEN (WV). Begründet hatte die AfD-Fraktion ihren Antrag mit der schwierigen Finanzsituation der Sennerandgemeinde. Wie bekannt, befindet sich Schlangen seit diesem Jahr wieder in der Haushaltssicherung.
"Den Verkauf des Hauses halten wir deshalb für erforderlich", betonte der AfD-Fraktionsvorsitzende Falk Schlüter in der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag (10. September). In seinem Antrag heißt es weiter: Der Verkaufserlös "wird die Gemeinde sicherlich nicht aus der Haushalts-Sicherung herausführen, kann allerdings schon ein Schritt in die richtige Richtung sein."
Schlüter geht in seinem Antrag jedoch mit keinem Wort darauf, dass es im Haus Parkstraße 18 mit dem Rotkreuz-Museum Westfalen-Lippe seit etwa 15 Jahren einen Mieter gibt.
Bürgermeister Marcus Püster nahm die Ratsmitglieder deshalb mit auf einen kurzen lokalen Geschichts- und Informationsexkurs. Demzufolge ist das Rotkreuz-Museum seit dem Jahr 2010 in der Parkstraße 18 zuhause. Ein erster Nutzungsvertrag wurde seinerzeit für die Dauer von 15 Jahren abgeschlossen und inzwischen um weitere zehn Jahre bis 2035 verlängert.
Eine Miete wird laut Püster nicht erhoben. "Im Gegenzug", so der Bürgermeister weiter, "übernimmt das Museum sämtliche mit der Nutzung verbundenen laufenden Kosten wie Abgaben, Versicherungen und Versorgungskosten. Auch notwendige Reparaturen sowie beispielsweise die Erneuerung der Heizungsanlage sind vom Nutzer auf eigene Kosten zu tragen. Seit 2025 werden auch die Außenanlagen durch die ehrenamtlichen Helfer des DRK selbst gepflegt, sodass die Gemeinde aktuell lediglich noch den Räum- und Streudienst auf dem Gehweg übernimmt."
Püster ließ auch keinen Zweifel aufkommen, dass er dem von der AfD beantragten Verkauf der Immobilie stark ablehnend gegenüberstehe: "Hier wurde über viele Jahre mit großem ehrenamtlichen Engagement ein besonderer Ort geschaffen, der Geschichte bewahrt, Wissen vermittelt und Menschen zusammenbringt. Schulen, Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger finden dort ein Angebot, das es in dieser Form nicht überall gibt."
Püster sah sich am Donnerstagabend mit Ausnahme der AfD von allen anderen Ratsfraktionen unterstützt. Für die SPD würdigte Michael Zans das vorbildliche Engagement der ehrenamtlich tätigen Rot-Kreuz-Mitarbeiter im Museum an der Parkstraße.
Zans betonte auch, dass die Einrichtung seit 2018 offiziell als DRK-Landesmuseum anerkannt sei. "Eine bessere kostenlose Werbung für unsere Gemeinde kann es eigentlich nicht geben", so Zans abschließend.
