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Fackellauf nach Solferino: Zeichen der Menschlichkeit und Erinnerung

Übergabe der Solferino Fackel durch Ute Möller (Kreisrotkreuzleiterin DRK KV Warendorf-Beckum) an Manfred Schäfer (Leiter Rotkreuz-Museum Westfalen-Lippe)
Museumsteam in historischer Bekleidung mit einer Fahrtrage („Handmarie“) aus dem Jahr 1910 (v.l.) Hans-Jürgen Bade, Brigitte Hökenschnieder, Birgit Bedranowsky, Gerd Timpe

Auf dem Weg durch Deutschland nach Solferino machte die Fackel heute Halt im Rotkreuz-Museum Westfalen-Lippe.

Mit einer brennenden Fackel, vielen helfenden Händen und einer klaren Botschaft beteiligt sich das Rotkreuz-Museum Westfalen-Lippe in Schlangen am traditionellen Fackellauf nach Solferino. Der Lauf erinnert an die Geburtsstunde der Rotkreuz-Idee und steht für gelebte Solidarität: Jede Etappe verbindet Menschen über Grenzen hinweg – bis zum Ziel im italienischen Solferino.

Der Fackellauf knüpft an die Ereignisse des 24. Juni 1859 an. Nach der Schlacht von Solferino kümmerte sich der Genfer Henry Dunant gemeinsam mit der Bevölkerung um Tausende Verwundete – unabhängig von Herkunft oder Uniform. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee einer neutralen, freiwilligen Hilfeleistung, aus der später das Rote Kreuz hervorging. Das „Licht von Solferino“ ist heute ein europaweites Symbol für Menschlichkeit, Ehrenamt und Hilfe in Notlagen.

Der Leiter des Rotkreuz-Museums, Manfred Schäfer, übernahm die Fackel am Sonntagnachmittag vom DRK-Kreisverband Warendorf-Beckum und trug sie in das Museumsgebäude an der Parkstraße. Dort nahm das Museumsteam in historischen Uniformen und Trachten das Licht der Hoffnung entgegen.

Die nächste Übergabe der Fackel findet am Montag, 11.05.2026, um 10:30 Uhr am Förderturm in Bönen statt. Dort wird das Licht von Solferino an den nächsten Träger, den DRK-Kreisverband Unna, weitergegeben.

„Der Fackellauf zeigt, wie aus einem historischen Ereignis eine Idee wurde, die bis heute wirkt: Wir helfen, weil es nötig ist – und weil es jeden treffen kann“, sagt Museumsleiter Manfred Schäfer. „Gerade in einer Zeit, in der Zusammenhalt wichtiger denn je ist, wollen wir mit dem Licht von Solferino ein sichtbares Zeichen setzen.“

Der Fackellauf ist zugleich Anlass, auf die Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort aufmerksam zu machen – von Sanitätsdiensten über die Unterstützung der Blutspende bis hin zu Katastrophenschutz und sozialem Engagement. Wer mehr über die Geschichte der größten Bürgerinitiative der Welt erfahren möchte, kann im Museum mit den Helferinnen und Helfern ins Gespräch kommen. Das Rotkreuz-Museum in Schlangen (Parkstraße 18) ist jeden dritten Sonntag im Monat von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind nach vorheriger Vereinbarung möglich.